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LANDI 1939

Aktualisiert: 23. Nov. 2023

Die Landesausstellung 1939 fand am Zürichsee in den Quartieren Riesbach, Enge und Wollishofen statt. Ursprünglich wollte man die Ausstellung 1933 eröffnen, schliesslich gelang die Durchführung erst im Sommer 1939. Eröffnet wurde sie am 9. Mai unter Beisein des Bundesrates, die Eröffnungsrede hielt Bundespräsident Philipp Etter.


Landi-Plakat. 1939. ETH-Bibliothek Zürich.


Dass der Zweite Weltkrieg just im Jahr der Durchführung der Landi ausbrechen würde, war bei der Planung der Ausstellung selbstverständlich nicht bekannt. Der Krieg warf aber seine Schatten voraus, was auch in der Schweiz zu politischen Bewegungen führte. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass die Landi auch auf die Bedrohung durch Deutschland, durch Nationalsozialismus und Krieg einging bzw. reagierte: in der Schweiz hiess das «Geistige Landesverteidigung», und ein rechter Teil der Landi kann dieser politischen Strömung zugerechnet werden. Das war sowohl im Erinnern an die Vergangenheit als auch im Erkennen der Herausforderungen der Zukunft zu spüren. Die Ausstellung war auch sowohl der Vergewisserung in der Geschichte als auch der Meisterung und Gestaltung des Lebens jetzt und zukünftig gewidmet. Während das sogenannte «Landidörfli» als Symbol der ländlichen Heimat der Schweiz, sozusagen als in Stein gemeisselter geschichtlicher Rückblick, in Riesbach zu liegen kam, waren in der Enge und in Wollishofen eher zukunftsträchtige Themen zu Hause. Die sogenannte «Höhenstrasse» mit der Präsentation aller Gemeindewappen, die unter dem Titel «Volk und Heimat» schweizerische Eigenheiten vorstellte, lag indes auf der linken Seeseite und führte vom Eingang Enge nach Wollishofen.

Landi 1939. Höhenweg, Unter den Gemeindefahnen.

Foto L.Beringer. Sammlung MZ. Gelaufen am 8.7.1939.


Ein Haupteingang lag beim Bahnhof Wollishofen. Der Eintritt für Erwachsene kostete 2 Franken, die Dauerkarte 32 Franken. Die als Verbindung zwischen dem linken und rechten Seeufer erbaute Seilbahn kostete noch zusätzlich 1.50 Franken für Erwachsene. Ein stolzer Preis, der durch das Panorama und die Übersicht über Zürich und die Ausstellung aber wohl gerechtfertigt war.


Wollishofer Landi. Flugaufnahme von Norden PK 0201


Das Seeufer Wollishofens wurde für die Landi stark erweitert. Schon im 19. Jahrhundert gab es – vor allem private – Aufschüttungen, die den Uferanwohnenden die Möglichkeit zu Geländegewinnen gab. Das diente der Industrialisierung ebenso wie der Lebensqualität der Privaten. Das ursprüngliche Seeufer folgte in etwa der 1875 gelegten Bahnlinie, die am damaligen Ufer entlang geführt wurde.


Auf dem neu gewonnenen Land wurden zahlreiche Gebäude – teils sehr moderne – erstellt, die nach der Ausstellung wieder entfernt wurden. Die Themen der Gebäude betrafen Wirtschaft, Technologie und Gesellschaft, etwa Uhren, Tourismus, Verkehr, Bahnen, Post und Telephon, Kleider und Mode, Essen, Elektrizität, Eisen und Maschinen, Aluminium, Gummi, Chemie, Finanzen und Holz. Es wurden zahlreiche Künstler eingeladen, die Häuser und Pavillons mit Wandbildern oder freistehenden Kunstwerken zu schmücken, die Themen zu illustrieren, einen Beitrag zu leisten.


Landi 1939: Eisenbetonschale als Bau-Skulptur. Foto: Wolf Bender’s Erben. Baugeschichtliches Archiv Zürich.


Es existieren zahlreiche Fotoaufnahmen von der Landesausstellung 1939. Eine Aufnahme aus der Luft ist besonders geeignet, die Verbindung der Ausstellung mit dem Quartier Wollishofen zu illustrieren:

Landi 1939: Luftbild Ausstellung Seite Wollishofen-Enge. Foto: Swissair.

Baugeschichtliches Archiv Zürich.


Man erkennt die klare Zweiteilung, den Uferbereich, verbreitert mit Aufschüttungen, für die ausgedehnte Ausstellung, mit Raum für grosse Gebäude, fast wie Fabrikhallen. Dahinter das Quartier, sozusagen ab Seestrasse, 1939 noch mit einigen Freiflächen, die später nochmals einen Schub Wohnungsbau ermöglichten. Dahinter zeigt die Luftaufnahme aber auch die Lage Wollishofens zwischen See und Sihl sehr schön: Den Friedhof Manegg, die Allmenden Wollishofen und Brunau, die Sihl.


Zum Schluss noch dies: Die Reminiszenz, die noch heute steht und daran erinnert!!

Schweizerische Landesausstellung. Plastik von H. Haller. Foto: J. Gabarell.

Sammlung MZ. Gelaufen am 21.8.1939.



(SB)


Noch ein Nachtrag: Unlängst hat Markus Zimmermann die schöne Karte mit der Seilbahn über den Zürichsee erstanden: Wunderschön!


Die L.A. Schwebebahn gegen Zürich. J. Gaberell, Thalwil.

Sammlung MZ. Gelaufen 28.VII.39.



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FREDY SCHÖRGHOFER

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