KINO MORGENTAL

Aktualisiert: 9. Sept.

Ein Foto vom Kino Morgental zu finden, ist schwieriger als gedacht. Kurz nach dem Millenium musste es schliessen – und ist nun Vergangenheit. Eine Postkarte nur mit dem Kino gibt es unseres Wissens nicht! Aber eine von der Station Morgental bzw. dem Albisstrassenrank schon, auf der man den Schriftzug «CINEMA» erkennen kann.


Morgental mit 7i-Tram. Ende 1950er Jahre. Verlag Beringer und Pampaluchi.

Sammlung MZ. Nicht gelaufen.


Auch fand man in den Kinospiegeln der Zürcher Tagespresse über Jahrzehnte auch das tägliche Filmprogramm unseres Quartierkinos!


Kino Morgental, Annonce im Kino-Spiegel der NZZ im Jahre 2001.


Wie entstand das Kino Morgental? Auch an der Geschichte eines Quartierkinos kann man wichtige Schritte der Modernisierung ablesen. In Wollishofen ging es zum einen um den Ersatz des «alten Morgentals», d.h. die Neugestaltung des Platzes und den Abriss des traditionellen Wirtshauses, das schon vor dem Zweiten Weltkrieg im aufstrebenden Stadtquartier als «anachronistisch», als «beengt und unübersichtlich» empfunden wurde. So freute sich der Redaktor der Neuen Zürcher Nachrichten 1943 über die Neugestaltung – und über den Einbau des «Cinéma Morgental» im Neubau:


Neue Zürcher Nachrichten, 3. April 1943. www.e-newspaperarchives.ch


Heute schätzt man alte Bauten, die ein Zentrum eines Stadtquartiers markieren, vielleicht mehr. Und vielleicht ist man in Sachen Denkmalpflege auch sorgfältiger. Aber den grundsätzlichen Gegensatz von Bewahren und Modernisieren kann man eben auch heute noch nicht lösen. Vielleicht ist man aktuell auch einfach ein Stück weit nostalgischer – angesichts zahlreicher Herausforderungen und Hiobsbotschaften auf globaler und lokaler Ebene.


Substanzverlust?


Hat das Quartier mit dem Abriss des alten Wirtshauses «Zum Morgental» vielleicht auch etwas von seiner ursprünglichen Substanz verloren? Ein (anderer) Berichterstatter der Neuen Zürcher Nachrichten, der sich als Wollishofer outete und an «Alt-Wollishofen» erinnern wollte, notierte ein Jahr zuvor, am 27. Februar 1942, in der Zeitung: «Die Modernisierung dieses Stadtquartiers macht immer weitere Fortschritte», womit er die Notwendigkeit einer Veränderung anerkannte, er bedauerte indes die Schliessung des Restaurants und den Abriss des Hauses doch, mit dem Satz:

«Durch seine Lage war es [das Morgental] aber ein sehr bekannter Ort und ausser dem «Hirschen» wohl die meist besuchte Gaststätte von Wollishofen.»


Restaurant Morgental und Mutschellenstrasse. 1908. Fotograf unbekannt. Reproduktion.


(SB)

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