ZWEI FAMILIENCLANS WEBER
- Sebastian Brändli & Ursula Hänni

- vor 23 Stunden
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Alte Ortsgeschichten berichten häufig über «die Geschlechter» ihrer Gemeinde. So auch Emil Stauber in seinem Pionierwerk «Alt Wollishofen» von 1926. Dabei wird das Phänomen beschrieben, dass sich in der frühen Neuzeit an einem Ort oft manche Familien über mehrere Generationen prächtig entwickelten, andere wegen fehlenden männlichen Nachwuchses ausstarben. Eine Grundlage für solche Studien sind im Kanton Zürich die sog. Bevölkerungsverzeichnisse, welche die Pfarrer seit 1634 regelmässig zu erheben und an die Kirchenoberen in Zürich einzuschicken hatten. Ein besonderes Interesse konnten jene Geschlechter beanspruchen, die adeligen Ursprungs waren, oder auch jene, die über einen sehr langen Zeitraum den Namen in der Gemeinde hielten. In Wollishofen residierten im Mittelalter als adelige Familie die «Herren von Wollishofen» (wohl als Dienstadel der höheren Adelsfamilie von Eschenbach), das Geschlecht starb aber im 13. Jh. aus: Der letzte Vertreter war Wernher von Wollishofen, der nach einem Studium in Bologna Chorherr des Zürcher Grossmünsters war. Zu den Familien mit langer Aufenthaltsdauer sticht vor allem die Familie der Asper heraus, die ihren Namen vom Hof Asp an der heutigen Scheideggstrasse herleitet. Stauber verweist auf den ersten namentlich bekannten Vertreter – ein Heinrich Asper tritt als Zeuge im Jahr 1335 auf – und schildert dann die lange Reihe weiterer Familiengrössen: Er ist überwältigt von dieser jahrhundertelangen Konstanz und rechnet sie «zu den grössten Seltenheiten».
Bei dieser Form der Familiengeschichte stösst der Historiker allerdings immer wieder an ärgerliche Grenzen. Einmal bestehen bis zur Reformation überhaupt keine Quellen, die systematische Angaben über eine Dorfbevölkerung enthalten hätten, erst ab 1525 wurde es üblich, dass die Pfarrer ihre Schäfchen in Kirchenbüchern dokumentierten, also vor allem Geburten, Ehen und Tod aufzeichneten. Aber auch später, als Quellen wie Bevölkerungsverzeichnisse und Kirchenbücher bestanden, verbot es die schiere Menge an Daten bisher, alle Familien gleichzeitig zu untersuchen. Ein Kapitel «Die Geschlechter» musste deshalb zwangsläufig unvollständig bleiben – und für manche Detailfrage kann dies auch in die Irre führen. Dieser Umstand soll am Geschlecht der Weber in Wollishofen im Folgenden thematisiert werden. Stauber fokussierte sich auf eine Familie dieses Namens, ohne zu bemerken, dass es schon im Ancien Régime zwei grosse und wichtige Weber-Familien gab, die nicht direkt miteinander verwandt waren; und im 19. Jahrhundert kamen zahlreiche neue Familienzweige mit Namen Weber dazu.
Weber, die Armbruster von Mädikon
Die erste bekannte Familie Weber in Wollishofen erscheint noch im 17. Jahrhundert und zeugt von der engen Verbundenheit mit der Gegend rund um den Albis. Denn diese Familie kam zwar von Stallikon her nach Wollishofen, stammte aber ursprünglich von Hausen am Albis, wo im Weiler Thal (oder Im Thal) seit Urzeiten Familien dieses Namens nachweisbar sind. Doch weshalb Heinrich Weber (*1648) der um 1680 «ab Mädikon» (auf dem Albis, zur Pfarre Stallikon gehörend) mit Ehefrau Maria Regula Kienast und zwei kleinen Kindern nach Wollishofen kam, ist unklar. Ein älterer Bruder von Heinrich blieb auf dem Hof in Mädikon, doch nicht nur Platzmangel dürfte der Grund für die Züglete gewesen sein. Vielmehr hatte Heinrich einen seltenen Beruf: der Pfarrer bezeichnete ihn als «Armbruster». Wie es dazu gekommen ist, dass ein Landmann von den Höhen des Albis, ein Untertan der Stadt, einen militärisch so wichtigen Beruf wie jenen des Armbrusters ergriff – ergreifen konnte – ist unbekannt; ein so spezieller Beruf brauchte ja eine längere Ausbildung, Heinrich musste sich schon früh entschieden und seine Heimat verlassen haben. Darauf weist auch hin, dass seine Frau, die «Kienastin», von Zollikon stammt, also nicht aus der direkten Umgebung seiner dörflichen Kindheit.
1684 stirbt bei der dritten Geburt nicht nur das Kind Johannes, sondern auch die Mutter. Heinrich heiratete umgehend wieder: Noch im gleichen Jahr führte er Barbara Köchli zum Altar. Köchli stammte aus einer angesehenen Familie in Wollishofen. Die Ehe Weber-Köchli ist die erste Ehe eines Weber in den Wollishofer Kirchenbüchern (allerdings noch im Kilchberger Buch, da Wollishofen erst 1702 die eigene Kirche erhielt!). Die Ehe zeigt, dass sich Heinrich schnell in Wollishofen eingelebt hatte, ein anderes Detail ist aber noch aufschlussreicher: Bei der Taufe des Johannes wählte Heinrich als Götti einen Stadtzürcher mit grossem Namen: Es war Johannes von Muralt (1645-1733), der studierte Arzt und Chirurg, der just Mitte der 1680er Jahre Zürcher Stadtarzt wurde. Dabei ist keine weitere Beziehung des Arztes zu Wollishofen festzustellen, er kam allein wegen der Taufe bzw. wegen der freundschaftlichen Beziehung zu Heinrich nach Kilchberg zur Taufe.

Stadtarzt und Chirurgus Johannes von Muralt aus der Stadt Zürich (1645-1733) war Götti des 1684 verstorbenen dritten Kindes Johannes, und erneut Götti des 1687 geborenen Johannes aus zweiter Ehe.
Dies führt uns zurück zur speziellen Berufswahl von Heinrich I. Die Armbruster, Hersteller einer wichtigen (im Kriegsfall: staatserhaltenden) Waffe, waren im 17. Jahrhundert, trotz Erfindung von Schwarzpulver und Gewehren, noch speziell in der Gunst der Obrigkeit. Aus jenen frühen Zeiten ist kein Wollishofer und sonstiger Zürcher Landschäftler bekannt, der dieses Handwerks ausgeübt hätte. Und es bleibt unklar, wie Heinrich aus Mädikon zu diesem Beruf kam. Nötig dazu waren mit Bestimmtheit Beziehungen zu städtischen Kreisen, eben zum Beispiel zu den «von Muralt». Trotz des widersprüchlichen Umstandes, dass ein städtischer Untertan eine kriegswichtige Funktion ausübte, wissen wir nicht viel über die Berufsumstände; eine obrigkeitliche Rente, wie sie noch in der Mitte des 17. Jh. – etwa an «Juda Hering, den Armbruster» – ausbezahlt wurde, ist nicht bezeugt. Auch ist keine Armbrust aus der Hand Heinrichs auf uns gekommen.

Der Winterthurer Sammler Bruno Stefanini erwarb zahlreiche frühneuzeitliche Armbrüste, die bald im Schloss Grandson bewundert werden können. (Hier: 19640, Armbrust, Kleiner Schnepper, schweizerisch; Knabenarmbrust; 1. Hälfte 17. Jh., 18. Jh., Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, Winterthur © Foto: SKKG 2025, CC0 1.0)
Die weitere Entwicklung zeigt indes, dass die Familie vom Vaterberuf über Jahrzehnte leben konnte. Auch übernahm der älteste Sohn Heinrichs, Heinrich II (*1678, aus erster Ehe), den väterlichen Beruf. Und auch er hatte Kinder und lebte weiter in Wollishofen. Sogar dessen Sohn Hans Jakob (*1708) führte die Familientradition als Armbruster nochmals weiter – zum Schluss waren es also drei Generationen, die in Wollishofen vom speziellen Handwerk leben konnten! Wo genau Heinrich I wohnte, wissen wir nicht, aber dessen Nachkommen wohnen 1812 im Rumpump 23 und im Haus Nr. 97 (Erdbrust).

Haus Rumpump (23, später Rumpumpsteig 2), auf dem Foto rechts. BAZ 1922.
Mit seiner zweiten Ehefrau Barbara, geb. Köchli, bekam Heinrich I weitere Söhne, doch die Lebensfreude der Mutter wurde vom frühen Tod von Sohn Johannes (*1687), den sie schon als 6jährigen verlor, getrübt; sie starb «melancholica» im Jahr 1708. Sohn Alexander (*1692) hingegen überlebte und heiratete 1720; auch er führte die Weber-Mädikon-Familie in Wollishofen mit mehreren Kindern weiter. Nachkommen dieser Linie wechselte im 18. Jh. in den Weiler «Auf dem Rain», andere Nachkommen von Alexander sollten jene Schiffmann-Weber-Dynastie bilden, die bei der «Dampfschwalbenstation» zudem das dortige Wirtshaus betrieben.

«Kirchmeyer»Johannes Weber (1742-1808), jüngerer Sohn von Alexander, wohnte zunächst im Rumpump (27), um dann auf dem Rain (73) sesshaft zu werden, im ehemaligen Widumhof. Dieser wurde später zu Rainstrasse 15 umnummeriert; Nachkommen blieben dort bis ins 19. Jh. (BAZ, 1955)
Heinrich der Erste war damit Ahnherr einer grossen Wollishofer Weber-Familie. Sie lässt sich über 200 Jahre bis um 1900 in Wollishofen nachweisen. Mit dem Tod des letzten Nachfahren, einem Enkel der Schiffmänner-Linie, verschwinden jedoch die «Armbruster-Weber» aus Adress- und Bürgerbüchern endgültig. Emil Stauber, der 1908 nach Wollishofen kam, dürfte diese Weber also nicht mehr gekannt haben.

Ebenfalls aus dem Armbruster-Weber-Clan – dem Zweig, der an der Rainstrasse 15 wohnhaft war – stammte der Architekt und im ersten Weltkrieg aktive Offizier Robert Weber: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Weber_(Offizier) Er war jedoch nicht in Wollishofen wohnhaft.
Weber, die Texilindustriellen von Hirslanden
Rund 40 Jahre nach dem Armbruster Heinrich I Weber aus Mädikon kam ein zweiter Weber nach Wollishofen, nicht vom Albis herunter, sondern von der anderen Seeseite – es besteht jedenfalls keine nähere Verwandtschaft. Johannes Weber (*1698) von Hirslanden ehelichte 1717 das einzige Kind des begüterten Ehepaars Fügli im Hof Honrain und übernahm als «Tochtermann» das grosse Anwesen. Ob Johannes, der aus einer erfolgreichen Textilverlegerfamilie im Balgrist stammte, auch die wirtschaftliche Tätigkeit seiner Familie nach Wollishofen mitnahm oder über den See am Geschäft seiner Brüder partizipierte, ist nicht bekannt. Immerhin blieben die verwandtschaftlichen Beziehungen aufrecht, wie mehrere Heiraten und Patenschaften «über den See» zeigen. Mehr zum wirtschaftlichen Gedeihen der Hirslander Weber im Blogbeitrag über die Seidengeschichte Wollishofens.
Das Paar Weber-Fügli war fruchtbar. Von 1718 bis 1738 kamen zahlreiche Kinder zur Welt. Drei Söhne erreichten das Erwachsenenalter: Alle drei wurden mindestens Leutnant. Der älteste Sohn, Johannes (*1718), erreichte gar den Hauptmannsrang und wurde Wollishofer Untervogt. Er blieb Besitzer des Hofs Honrain und als Bewohner auch in dieser Ehrenposition. Er verfügte über zahlreiche wichtige Stadtbeziehungen, ja er gehörte offenbar zu den «aufgeklären Landleuten» des Zürcher Ancien Régime. Ihm gehört eine hübsche Erwähnung in der deutschen Literaturgeschichte, denn Therese Huber*, die Ehefrau des Cook-Begleiters Georg Forster, schrieb nicht nur zahlreiche Romane, sondern auch unzählige Briefe. Als sie Zürich 1783 besuchte, berichtete sie in einem Brief an eine Freundin von einer Schifffahrt nach Wollishofen: «Den Nachmittag fuhren wir auf dem See, nach einem Untervogt, der seine Wohnung am Ufer des Sees hat, der Ort heisst Wollishofen.» Das kam einem kulturellen Ritterschlag gleich, ähnlich wie bei Goethes Besuchen in Richterswil (bei Dr. Hotze) oder Stäfa (beim Kunstmaler Meyer).
Die Frau des Untervogts, Barbara Dolder von Meilen, brachte zehn Kinder zu Welt, acht Töchter, und nur einen Sohn, der der väterlichen Ehrenposition aber nicht gewachsen war: Sohn Caspar, selber kinderlos, verkaufte den Hof 1808 dem Stadtzürcher Bürger Locher, der ihn aber wieder zurückgab. 1814 kam er in den Besitz des Thalwiler Bauunternehmers Hans Ulrich Staub. Caspar selber erscheint 1799 mit den Bezeichnungen «Gütergewerb und Seidenwebfabrik» wie ein arrivierter Unternehmer, wurde später aber als «Weinhändler» bezeichnet. Er war 1798 Gründungsmitglied der ehrenwerten Wollishofer Lesegesellschaft, trat aber 1806 bereits aus – was ein deutlicher Hinweis auf den eingetretenen Statusverlust gewesen sein dürfte. Und er verlor das väterliche Vermögen nach und nach, machte Konkurs und wurde gar gerichtlich verurteilt; er starb 1821 – mittellos – im Zuchthaus! Ein steiler Abstieg angesichts der ehrenvollen Abkunft!
Für die Weiterführung dieser Weber-Familie in Wollishofen war sodann auch nicht der mittlere Sohn Heinrich (*1734) verantwortlich, obwohl dieser mehrere Töchter und zwei Söhne hatte; diese führten die Wollishofer Linie aber nicht weiter. Tragisch war der Tod von Johannes (1765-1815), der als Hauptmann mit seinem Pferd bei Schindellegi «in einen Abgrund stürzte». Die Familie in Wollishofen erfolgreich zu halten, oblag schliesslich dem jüngsten Sohn Salomon (*1738); der kaufte im Jahr seiner Heirat 1758 (mit der einheimischen Magdalena Köchli) ein grösseres Anwesen im Oberdorf, zu dem das «Lavaterhaus» gehörte und mehrere Gebäude umfasste. Der Kauf erfolgte deshalb zusammen mit dem Schwager, dem Chirurgus Hans Jakob Hausheer, der Magdalenas Schwester Susanna geheiratet hatte. Beide Parteien zogen ins neue Heim: Der Chirurg übernahm die beiden etwas kleineren Häuser (spätere Albisstrasse 77 und 81), Salomon das Lavaterhaus. Bald bereinigten die beiden Schwäger den Liegenschaftenbesitz, kurze Zeit später gelangte Nummer 77, das später in eine Weinschenke umgewandelt wurde, in die Hand des Schuhmachers Hausheer.

Albisstrasse 77 (Weinschenkhaus, erbaut 1728) und rechts versteckt das Lavaterhaus (BAZ 1927)
Auch das Lavaterhaus selbst wurde später nochmals unter den Söhnen von Salomon Weber geteilt. Während der Teil von Johannes später an Familie Welti verkauft wurde und er ins Bernbiet zog, blieb Salomon II (*1767, auch er Leutnant) im Lavaterhaus und vererbte es weiter. Noch Ende des 19. Jh. bildete das Lavaterhaus einen umfangreichen Landwirtschaftsbetrieb, den vor allem Heinrich Weber-Schäppi noch voll ausfüllte. Die Liegenschaft selber blieb sogar bis zum Abbruch anfangs der 1960er Jahre in Familienbesitz. Aus dieser Familie stammte Heinrich Weber-Dressler (1888-1966), Architekt, Wollishofer Lokalgeschichtler und -fotograf und aktives QV-Mitglied. Dessen Bruder Wilhelm betrieb an der Albisstrasse 81 einen Tabak-Handel, war aber nicht verwandt mit dem Tabak-24-Weber.

Links Albisstrasse 81, rechts das Lavaterhaus; das alte Weinschenkhaus wurde fürs Tram 1927 abgerissen. (BAZ, 1936)
Ein anderer Nachfahre dieses Clans hiess Julius und war der Ur-Urenkel des mittleren Sohns Heinrich des ersten Webers: Julius Weber war ein bekannter Gemeindeingenieur und Kantonsrat in Aussersihl; geboren 1853 in Baden bei Wien, verstorben 1886 in Zürich.
Weber in Wollishofen im 19. und 20. Jahrhundert
Von Stallikon kamen Mitte des 19. Jh. der Küfer Heinrich Weber (*1829) und Anna Rosina geb. Scheller nach Wollishofen. Sie wurden 1876 in Wollishofen ein- und in Stallikon ausgebürgert. Der Sohn Heinrich (*1859) war viele Jahre der Wirt der «kleinen Tonhalle»; verheiratet war er mit der Wollishoferin Albertina Hausheer. Seine Geschichte und insbesondere diejenige von Sohn resp. Enkel Henry Weber, dem Tabak-24-Unternehmer, ist im Blogbeitrag STARKER TOBAK ausführlich beschrieben. Auch der Bruder von Küfer Weber, Bernhard Weber-Kölliker (*1833), kam in dieser Zeit von Stallikon nach Wollishofen: Er war als Seidenfabrikant bis 1907 an der Seestrasse 312 (heute 330) aktiv; interessant ist, dass Bernhard noch kurz vor der Eingemeindung Wollishofens in die Stadt als Gemeinderat kandidierte, als Vertreter des Grütlivereins hatte er gegen den konservativen Freisinnigen Carl Honegger, seines Zeichens ebenfalls Seidenfabrikant, aber keine Chance. Genealogische Studien zeigen, dass diese Gebrüder Weber weit aussen verwandt waren mit dem ersten Weber Wollishofens, dem Armbruster aus Mädikon; es ist allerdings davon auszugehen, dass dies den Betroffenen nicht mehr bekannt war.

Ein besonderer «Weber» lebte ab den 1870er Jahren an der Rainstrasse 6 in Wollishofen: der Kunstmaler Johannes Weber (1846 - 1912). Er war kein Einheimischer, sondern stammte aus einer alteingesessenen Weber-Familie aus Netstal GL. Er kam aus beruflichen Gründen nach Zürich, arbeitete er doch bei der Druckerei Orell Füssli, deren Leitung er später übernahm. Parallel war er ein gefragter Künstler, der als autodidaktischer Kunst- und Landschaftsmaler tätig war.
Im 20. Jahrhundert schliesslich – im Jahr 1937 – kam die Dachdeckerei Weber nach Wollishofen, deren Geschichte im Blogbeitrag NAH BEIM HIMMEL nachzulesen ist.
Die Reise mit den Familien Weber durch die Geschichte Wollishofens seit der frühen Neuzeit zeigt, dass von «den Geschlechtern» zu reden manchmal schwierig ist. Es waren zu viele Akteure, die zu viele Entwicklungen durchliefen. Auch im vorliegenden Blogbeitrag musste zwangsläufig manches vereinfacht und anderes weggelassen werden. Das, was steht, sollte aber stimmen. Die Belege, die wir beigebracht haben, konnten indes nicht alle ausgebreitet werden. Es war auch nicht das Ziel, Stauber zu belehren oder zu überholen. Seine Leistung war es, aus dem damaligen Kenntnisstand eine für seine Leserschaft interessante Darstellung zu bieten. Heute sind andere Mittel möglich – das Stichwort «Digitalisierung» möge genügen –, und das Publikum hat vielleicht auch andere Interessen.
Einmal mehr: Tempora mutantur (nos et mutamus in illis)!
Sebastian Brändli und Ursula Hänni
* Therese Huber (1764-1829), geborene Heyne, Schriftstellerin, heiratete zunächst Georg Forster, nach dessen Tod Ludwig Huber. Ihre Briefe wurden publiziert im Niemeyer Verlag, die zitierte Stelle ist aus Band 1, S. 112.




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